BOB Campus: Wie eine verlassene Fabrik zum lebendigen Stadtviertel wurde
Julian NetteBOB Campus: Wie eine verlassene Fabrik zum lebendigen Stadtviertel wurde
Der BOB Campus – ein wiederbelebtes urbanes Zentrum auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik – wurde für seine transformative Wirkung ausgezeichnet. Was einst eine verlassene Brachfläche war, gilt heute als Vorbild für partizipative Stadtentwicklung. Sein Erfolg beruht darauf, Menschen zu verbinden, physische Barrieren zu überwinden und die soziale Vielfalt im Viertel zu fördern.
Das Gelände, auf dem einst eine verfallene Fabrik aus den 1970er-Jahren stand, stellte mit Höhenunterschieden von bis zu 20 Metern eine besondere Herausforderung dar. Statt diese zu umgehen, machte sich das Design die Topografie zunutze und schuf einen dynamischen Raum, der verschiedene Ebenen miteinander verknüpft. Heute prägen 25 neu gebaute oder sanierte Gebäude sowie gestaltete Außenflächen das Areal.
Betrieben wird der Campus von der Urbane Nachbarschaft BOB gGmbH, einem Projekt der Montag Stiftung Urbane Räume, und arbeitet auf gemeinnütziger Basis. Dies garantiert nicht nur seine langfristige Tragfähigkeit, sondern stellt auch die Bedürfnisse der Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Bildungszentren, betreutes Wohnen, Arbeitsräume und Begegnungsstätten gruppieren sich um einen großen Quartierspark.
Anwohner:innen und lokale Initiativen spielten eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des Projekts. Ihre Mitwirkung hat die sozialen Bindungen gestärkt und die Teilhabe unterschiedlicher Kulturen und Generationen gefördert. Die Jury lobte diesen integrativen Ansatz und hob hervor, wie der Campus trotz schwieriger Ausgangslage neue Verbindungen geschaffen hat.
Die offizielle Preisverleihung findet am 9. Februar 2026 im K21 Kunstmuseum Düsseldorf statt.
Der BOB Campus ist heute ein lebendiger Ort des Lernens, Wohnens und Arbeitens. Seine Mischung aus Einrichtungen und Freiflächen bereichert den Alltag und fördert den Austausch zwischen den Bewohner:innen. Mit seinem gemeinwohlorientierten Modell und nachhaltigen Design setzt das Projekt Maßstäbe für zukünftige Stadterneuerungen.






