Betreuungsnotstand in Bergisch Gladbach: 200 Erstklässler ohne OGS-Platz
Ivana SchleichBetreuungsnotstand in Bergisch Gladbach: 200 Erstklässler ohne OGS-Platz
Betreuungsmangel in Bergisch Gladbach: Fast 200 Erstklässler ohne OGS-Platz
In Bergisch Gladbach fehlen Betreuungsplätze in der Offenen Ganztagsschule (OGS), sodass viele Familien ohne ausreichende Kinderbetreuung dastehen. Fast 200 Erstklässler werden im kommenden Schuljahr trotz Anmeldung durch ihre Eltern keinen OGS-Platz erhalten. Das Problem betrifft mehrere Schulen, wo die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt.
An der GGS Heidkamp konkurrieren fast 300 Schülerinnen und Schüler um nur 200 OGS-Plätze. Die Stadt plant, die Situation durch eine „erweiterte Betreuungszeit“ an der Schule zu entlasten. Zudem sollen bis zu zehn zusätzliche Plätze im nahegelegenen interkulturellen Zentrum „Paula“ für 70 Euro pro Kind und Monat geschaffen werden. Doch auch diese Lösung deckt den Bedarf nicht vollständig ab.
An der GGS Moitzfeld ist die Lage ähnlich angespannt: Bei 240 angemeldeten Kindern stehen nur 140 Plätze zur Verfügung – eine Abdeckungsquote von etwa 58 Prozent. Dreizehn Erstklässler mit einem gesetzlichen Anspruch auf Betreuung werden im neuen Schuljahr ohne Platz bleiben. Stadtweit haben zudem 32 der 185 unversorgten Kinder einen Rechtsanspruch, doch die Kommune kann sie aufgrund räumlicher Engpässe nicht unterbringen.
An vier Grundschulen in Bergisch Gladbach gibt es bereits eine Randstundenbetreuung, die jedoch die gesetzliche Vorgabe von acht Stunden täglicher Kinderbetreuung von 8 bis 16 Uhr nicht erfüllt. Die Stadt hat eine „bedarfsorientierte Erweiterung“ der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld angekündigt, doch konkrete Pläne fehlen, und mit Baubeginn wird frühestens 2027 gerechnet.
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben in Deutschland alle Grundschulkinder einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung, beginnend mit den Erstklässlern. Ohne alternative Lösungen zwingt der aktuelle Mangel 185 Familien dazu, ab 11:30 Uhr an Schultagen sowie in den Ferien selbst für die Betreuung ihrer Kinder zu sorgen.
Die Stadt unternimmt Schritte, um die Lücken zu schließen, doch viele Familien werden weiterhin mit Betreuungsengpässen kämpfen. Die geplante Erweiterung in Moitzfeld könnte langfristig Abhilfe schaffen, kommt für das kommende Schuljahr jedoch zu spät. Mit der bundesweiten Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung wächst der Druck auf die Kommunen, ausreichend Plätze bereitzustellen.
