Berlins Clubkultur feiert sich selbst – neun Tage lang mit über 100 Events
Julian NetteBerlins Clubkultur feiert sich selbst – neun Tage lang mit über 100 Events
Berlins Clubkultur steht diesen Herbst im Mittelpunkt – beim Tag der Clubkultur, einem neun Tage dauernden Festival vom 3. bis 12. Oktober. Veranstaltet von der Clubkommission Berlin, umfasst das Programm über 100 Veranstaltungen in der ganzen Stadt, von legendären Locations bis zu versteckten Pop-up-Orten. Das Festival rückt die soziale und politische Bedeutung der Partyszene in den Fokus – in einer Stadt, die seit langem für ihr pulsierendes Nachtleben bekannt ist.
Die Wurzeln des Festivals reichen bis zum Fall der Berliner Mauer zurück, als verlassene Gebäude im Osten zu Schauplätzen illegaler Techno-Partys wurden. Aus diesen underground-Veranstaltungen entstanden mit der Zeit ikonische Clubs wie das Tresor, das 1991 in einem ehemaligen Tresorraum eröffnet wurde, bevor es 2007 in ein Kraftwerk umzog. Ein weiterer Meilenstein ist der Berghain, der 2004 in einem ehemaligen Heizkraftwerk eröffnet wurde und Berlins Ruf als globale Techno-Hauptstadt festigte. Die politische Anerkennung der Szene wuchs, geprägt von Events wie der Love Parade und den Verbindungen zu Detroits Techno-Ursprüngen.
Etablierte Clubs wie KitKatClub, Cassiopeia und Ohm beteiligen sich ebenso wie kleinere Off-Spaces und temporäre Locations in allen Berliner Bezirken. Den Auftakt macht am 2. Oktober das Haus der Visionäre mit einer Veranstaltung des Club der Visionäre und des CTM-Festivals. Am 3. Oktober wird Mark Reeders Dokumentarfilm B-Movie, der Berlins Musikszene nach dem Mauerfall porträtiert, im Rahmen des Programms gezeigt. Am 4. Oktober um 17 Uhr findet im Tipsy Bear in Prenzlauer Berg eine Drag-Show statt.
Weitere Details, darunter das vollständige Programm, gibt es auf der Festival-Website *tagderclubkultur.berlin*.
Der Tag der Clubkultur vereint über ein Jahrhundert Clubgeschichte und verbindet Vergangenheit mit zeitgenössischem Nachtleben. Von Filmvorführungen bis zu Drag-Auftritten spiegelt das Festival Berlins anhaltenden Status als kulturelles Zentrum wider. Die Veranstalter hoffen, dass das Programm Diskussionen über die Rolle der Clubs bei der Prägung der Stadtidentität anregt.






