Baunatal ringt um Millionen für Infrastruktur und Jugendzentren
Baunatal steht vor wegweisenden Entscheidungen zu Finanzierung und Infrastruktur
Die Stadtverwaltung von Baunatal sieht sich mit zentralen Weichenstellungen bei der Finanzierung und der Modernisierung der Infrastruktur konfrontiert. Ein Antrag über 2,5 Millionen Euro für die Sanierung der Elektroanlagen im Bürgerzentrum Bergischer Löwe hat eine Debatte ausgelöst, während die Haushaltsberatungen auf die kommende Woche vertagt wurden. Gleichzeitig erhielten Pläne für ein neues Jugendzentrum sowie vorläufige Sanierungsmaßnahmen im Jugendtreff Q1 breite Zustimmung.
Der Haushaltsausschuss verschob die Diskussionen über den Haushalt 2024 und den Stellenplan bis zur nächsten Ratssitzung am Dienstag. Statt einer Abstimmung einigten sich Vertreter von CDU, Grünen und SPD darauf, die Entscheidung vorerst auszusetzen. Ihre Anträge auf Vertagung wurden ohne Gegenstimmen angenommen.
Eines der drängendsten Themen ist das Bürgerzentrum Bergischer Löwe. Die Verwaltung beantragt 2,5 Millionen Euro für die Erneuerung der veralteten Elektroinstallationen, die in einem hochwassergefährdeten Bereich liegen. Alexandra Meuthen, Leiterin des städtischen Liegenschaftsamts, warnte, dass die aktuelle Anlage in einem kritischen Zustand sei und dringend modernisiert werden müsse. Die Arbeiten würden das Gebäude zudem auf eine spätere Komplettsanierung vorbereiten und sicherstellen, dass die Investitionen nicht vergeblich sind.
Allerdings hinterfragte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Waldschmidt, ob eine Teilsanierung sinnvoll sei. Er schlug vor, stattdessen auf einen Gesamtmodernisierungsplan zu warten, anstatt hohe Summen in Übergangslösungen zu stecken.
Unterdessen unterstützten der Jugendhilfeausschuss und der Haushaltsausschuss vorübergehende Verbesserungen im Jugendtreff Q1 am Quirlsberg. Brandschutz- und Elektroarbeiten wurden genehmigt, ebenso wie Pläne für ein neues Jugendzentrum in der Oberen Mainstraße. Die 250 Quadratmeter große Fläche soll flexibel von Pfadfindergruppen und dem Kita-Museum genutzt werden; die genauen Modalitäten werden mit den künftigen Nutzern abgeklärt. Der Q1-Treff könnte langfristig in die Alte Zentralwerkstatt umziehen, auch wenn die aktuellen Pläne weiterhin das Zanders-Industriegelände als Standort vorsehen.
Auch im Haushalt zeigten sich Spannungen, nachdem die CDU in dem von Bürgermeister Marcel Kreutz vorgelegten Entwurf Kürzungen und eine Neuausrichtung der Prioritäten forderte. Für Änderungen bräuchte die Partei jedoch die Unterstützung von SPD und Grünen, die im Rat mit ihrer gemäßigteren Mehrheit das Zünglein an der Waage halten. Zwar gab es keine Anzeichen für eine Verschiebung der politischen Allianzen, doch alle drei Parteien signalisierten Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft – etwa durch regelmäßige Gespräche oder einen Wirtschaftsbeirat im Vorfeld der Wahlen 2026.
Da die Haushaltsabstimmung vertagt wurde, verschieben sich die endgültigen Entscheidungen zu Finanzierung und Infrastruktur auf die Ratssitzung am kommenden Dienstag. Sollte der Antrag für die Elektrosanierung im Bergischen Löwen durchkommen, würden damit akute Sicherheitsrisiken behoben und gleichzeitig die Grundlage für spätere Modernisierungen gelegt. Die Pläne für das Jugendzentrum und die Aufwertung des Q1-Treffs, die nun grünes Licht erhalten haben, setzen auf eine gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten. Die weiteren Haushaltsverhandlungen werden davon abhängen, ob es der CDU gelingt, die notwendige Unterstützung für ihre Änderungsvorschläge zu gewinnen.






