30 March 2026, 10:11

Baden-Baden feiert Ballettlegenden mit John Neumeiers Festival und seltenen Schätzen

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung mit dem Titel "Saison Russe", das eine gemalte Tänzerin in einer anmutigen Pose mit der Aufschrift "Opera et Ballet" darüber zeigt.

Baden-Baden feiert Ballettlegenden mit John Neumeiers Festival und seltenen Schätzen

Baden-Baden bereitet sich auf ein großes Ballettfest vor

Dieser Herbst steht in Baden-Baden ganz im Zeichen des Tanzes: Vom 2. bis 12. Oktober findet Die Welt des John Neumeier statt, ein Festival zu Ehren legendärer Tänzer und Choreografen. Im Mittelpunkt steht eine Ausstellung mit Neumeiers privater Sammlung, die seltene Exponate rund um Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa zeigt – zwei Ikonen, die vor über einem Jahrhundert in derselben Stadt auftraten.

Das elftägige Festival beginnt am 2. Oktober. Ein Höhepunkt ist Neumeiers eigenes Ballett Nijinsky, das zwischen dem 3. und 5. Oktober dreimal im Festspielhaus aufgeführt wird. Die Produktion würdigt den Tänzer, den Neumeier als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet. Den Abschluss des Festivals bilden vom 10. bis 12. Oktober Neumeiers Epilog.

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Ab dem 3. Oktober präsentiert das Stadtmuseum Baden-Baden eine Ausstellung mit Neumeiers Sammlung, darunter Objekte, die mit Nijinsky und Pawlowa verbunden sind. Beide hinterließen 1913 ihre Spuren in der Stadt: Nijinsky logierte im August im Grandhotel Stephanie – dem heutigen Brenners Parkhotel – und arbeitete dort mit Sergei Djagilew an einem von Bach inspirierten Ballett. Pawlowa hingegen betrat am 26. August die Bühne und tanzte ihre berühmte Rolle als Sterbender Schwan.

Nijinsky und die Ballets Russes revolutionierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Tanz, insbesondere die Spitzentanztechnik. Seine bedeutendsten Werke, L'Après-midi d'un faune und Le Sacre du printemps, entstanden ursprünglich für Djagilews Kompanie und zählen noch heute zu den meistaufgeführten Ballette weltweit.

Pawlowas Auftritt war mit großer Spannung erwartet worden – Zeitungen kündigten ihren Baden-Badener Gastspiel bereits Monate im Voraus an. Ihr zarter, doch kraftvoller Stil stand im Kontrast zu Nijinskys mutigem, bahnbrechendem Ansatz. Gemeinsam prägten sie das moderne Ballett in einer Zeit des Umbruchs.

Das Festival schließt den Kreis zwischen Neumeiers zeitgenössischem Schaffen und Baden-Badens reicher Balletttradition. Besucher erwarten Aufführungen, Ausstellungen und seltene Archivstücke, die mit Nijinsky und Pawlowa verbunden sind. Ihr Einfluss, der bis heute nachwirkt, steht im Zentrum der Herbstfeierlichkeiten.

Quelle