30 March 2026, 16:16

Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße wegen Missbrauchsskandalen

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund in Wiesbaden, Deutschland, gesäumt von Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen und einigen Fußgängern.

Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße wegen Missbrauchsskandalen

In Arnsberg könnte eine nach einem früheren Erzbischof benannte Straße bald umbenannt werden. Die Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim ehrt Lorenz Jaeger, der das Erzbistum Paderborn von 1941 bis 1973 leitete. Nun fordern lokale Politiker eine Umbenennung – wegen seiner mutmaßlichen Rolle bei der Vertuschung von Missbrauchsfällen.

SPD und CDU in Arnsberg haben sich gemeinsam für die Umbenennung ausgesprochen. Ihr Antrag verweist auf dokumentierte Verfehlungen, die Jaeger mit Missbrauchsskandalen im Bistum in Verbindung bringen. Auch sein Nachfolger, Erzbischof Degenhardt, war in ähnliche Vorwürfe verwickelt.

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Am 20. April findet eine öffentliche Versammlung statt, bei der Vorschläge für einen neuen Straßennamen gesammelt werden. Beide Parteien wollen die Anwohner in den Entscheidungsprozess einbinden. Allerdings könnte die Umbenennung bürokratische Hürden für Bewohner in Werl und Wenden mit sich bringen, wo ebenfalls Straßen nach Jaeger benannt sind.

Die benachbarte Stadt Olpe hat bereits reagiert und ihr katholisches Jugendzentrum 2023 umbenannt. Doch in Nordrhein-Westfalen werden derzeit keine weiteren Straßen oder öffentlichen Plätze wegen Verbindungen zu Kirchenvertretern, die in Missbrauch oder Vertuschung verstrickt waren, umbenannt.

Der Vorstoß markiert einen Schritt zur Aufarbeitung historischer Verfehlungen innerhalb der Kirche. Sollte die Umbenennung beschlossen werden, würde sie die wachsende kritische Auseinandersetzung mit Personen widerspiegeln, die mit Missbrauchsskandalen in Verbindung stehen. Die Anwohner erhalten dabei ein direktes Mitspracherecht bei der Wahl eines neuen Namens für die Straße.

Quelle