Apotheker warnen vor Versorgungslücken durch Schließungen und unfaire Vergütung
Branko JüttnerApotheker warnen vor Versorgungslücken durch Schließungen und unfaire Vergütung
Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Herausforderungen im deutschen Apothekensektor zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen wirtschaftliche Belastungen, sinkende Vergütungen und die Auswirkungen von Apotheken-Schließungen auf die Patientenversorgung.
Bei dem Treffen ging es vor allem um die drängenden Probleme lokaler Apotheken, darunter feste Abgabegebühren und die Konkurrenz durch Versandapotheken. Lohmann wies darauf hin, dass die aktuelle Gebühr von 8,35 Euro pro Rezept oft von Online-Anbietern unterboten werde, die Rabatte von bis zu 10 Euro gewähren. Er betonte, dass eine faire Vergütung entscheidend sei, um den Fortbestand der Vor-Ort-Apotheken zu sichern und die Löhne der Mitarbeiter zu verbessern.
Ein weiteres zentrales Thema waren die zunehmenden Apothekenschließungen. Lohmann warnte, dass sowohl ländliche als auch städtische Regionen den Zugang zu nahen Versorgungsangeboten verlieren. Dies zwingt Patienten, für Notfallmedikamente weitere Wege in Kauf zu nehmen, was die Gesundheitsversorgung zusätzlich belastet. Schrumpf erkannte die Problematik an und versprach, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen.
Darüber hinaus sprachen die beiden über die für den 23. März geplanten Proteste, die von Apothekern organisiert werden, die seit Jahren mit stagnierenden Gebühren hadern. Schrumpf zeigte Verständnis für ihre Klagen und räumte ein, dass sich der finanzielle Druck über die Zeit verschärft habe. Lohmann unterstrich die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung und argumentierte, dass der Verkauf von Rezepturen für das Überleben der Apotheken unverzichtbar sei.
Konkrete Zahlen zu landesweiten Schließungen oder besonders betroffenen Regionen wurden nicht genannt.
Das Gespräch endete mit dem gemeinsamen Bekenntnis, die finanziellen Schwierigkeiten des Sektors anzugehen. Schrumpf sagte zu, sich auf Bundesebene für politische Änderungen einzusetzen, während Lohmann die Dringlichkeit von Maßnahmen betonte, um die lokalen Apotheken zu schützen. Die für den 23. März geplanten Proteste werden diese Forderungen voraussichtlich weiter in den Fokus rücken.