Apotheken in NRW kämpfen ums Überleben: 97 Schließungen allein 2025
Ivana SchleichApotheken in NRW kämpfen ums Überleben: 97 Schließungen allein 2025
Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen im Apothekensektor zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen wirtschaftliche Schwierigkeiten, faire Bezahlung sowie die steigende Zahl von Apotheken-Schließungen in Nordrhein-Westfalen.
Bei dem Treffen wurde der drastische Rückgang der vor Ort ansässigen Apotheken deutlich. Seit 2010 ist ihre Zahl um etwa ein Viertel gesunken – von 4.673 auf 3.510. Allein 2025 mussten 97 Apotheken schließen, wodurch einige Patienten weitere Wege für lebensnotwendige Leistungen in Kauf nehmen müssen.
Lohmann betonte die Notwendigkeit höherer Löhne, um die Bezahlung des Personals zu verbessern, und forderte eine gerechtere Vergütung für die Abgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Zudem wies er auf die finanzielle Unberechenbarkeit als eine der größten Herausforderungen für unabhängige Apotheken hin.
Schrumpf erkannte die Sorgen an und versprach, das Thema der Schließungen auf Bundesebene zur Sprache zu bringen. Er äußerte sich auch zu den anstehenden Protesten am 23. März und zeigte Verständnis für die Forderung nach flächendeckend fairen Löhnen in der Branche.
Thema war zudem der Versandhandel mit Arzneimitteln, bei dem Rabatte mit den festen Abgabegebühren traditioneller Apotheken kollidieren. Auch die Notfallversorgung und deren Finanzierungslücken wurden im Gespräch behandelt.
Das Treffen endete mit einem gemeinsamen Verständnis für die Schwierigkeiten des Sektors. Schrumpf sicherte zu, sich auf Bundesebene für politische Änderungen einzusetzen. Lohmann unterstrich unterdessen die Dringlichkeit stabiler Finanzierung und fairer Löhne, um weitere Apotheken-Schließungen zu verhindern.