Aminata Belli kämpft gegen Mobbing und das Schweigen der Betroffenen
Ivana SchleichDer Moderator geht gegen Mobbing vor - Aminata Belli kämpft gegen Mobbing und das Schweigen der Betroffenen
Aminata Belli besucht seit einiger Zeit Schulen in Norddeutschland, um mit Schülerinnen und Schülern über Mobbing, Leistungsdruck und psychische Gesundheit zu sprechen. Ihre Gespräche sind Teil der #SagNichtsNichts-Kampagne, die von Aktion Mensch unterstützt wird und das Schweigen über diese Themen durchbrechen will. Fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland erlebt Mobbing – doch viele schweigen aus Angst oder Scham.
Belli, die selbst Mobbing erfahren hat, weiß, wie tiefgreifend solche Erfahrungen das Leben prägen können – ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Netz. Sie beschreibt, wie solche Erlebnisse ganze Lebensphasen bestimmen und oft langfristige Spuren hinterlassen. Trotz ihrer eigenen Kämpfe schöpft sie Kraft aus Gemeinschaft, Sport und bewussten Auszeiten für sich selbst.
Die Kampagne fördert offene Gespräche, denn Belli ist überzeugt: Wer das Schweigen bricht und Solidarität zeigt, kann den Kreislauf der Stille durchbrechen. Gleichzeitig betont sie, wie wichtig es ist, unangenehme Wahrheiten wie Diskriminierung und Rassismus anzusprechen – Faktoren, die Mobbing oft erst befeuern. Kürzlich zog sie sich vorübergehend aus den sozialen Medien zurück, nachdem sie mit Hasskommentaren konfrontiert worden war. Ein Schritt, den sie als essenziell für ihr psychisches Wohlbefinden bezeichnet.
Belli hofft, dass Mobbing irgendwann seinen Stigma verliert und Betroffene sich ermutigt fühlen, Hilfe zu suchen. Sie fordert Medien und soziale Plattformen auf, Hassrede sichtbar zu machen, statt sie zu normalisieren. Besonders im Erwachsenenalter – etwa am Arbeitsplatz – bleibt Mobbing oft unsichtbar, was Aufklärungskampagnen umso wichtiger macht.
Die #SagNichtsNichts-Initiative setzt sich weiterhin für Veränderung ein und ruft dazu auf, sich gegen Mobbing und Ausgrenzung zu stellen. Mit ihren Schulbesuchen will Belli sichere Räume schaffen, in denen sich Jugendliche gehört und unterstützt fühlen. Die Botschaft ist klar: Niemand verdient es, gemobbt zu werden – und wer sich äußert, kann etwas bewegen.






