Aachen verliert junge Erwachsene trotz Ingenieurstudien-Boom und hoher Studentenzahlen
Julian NetteAachen verliert junge Erwachsene trotz Ingenieurstudien-Boom und hoher Studentenzahlen
Die Region Aachen bleibt ein zentraler Anlaufpunkt für Studierende, insbesondere in den Ingenieurwissenschaften. Im Wintersemester 2022 belegte sie mit 60.315 eingeschriebenen Studierenden bundesweit den 9. Platz. Doch trotz ihrer akademischen Attraktivität hat sich in der Stadtregion in den letzten zehn Jahren ein Wandel bei den Wanderungsbewegungen junger Erwachsener abgezeichnet.
Die Ingenieurwissenschaften prägen das studentische Bild in Aachen wie kaum eine andere Disziplin. Zwischen 2015 und 2022 studierten durchschnittlich 63,23 Prozent der Studierenden in diesem Bereich – ein höherer Anteil als in jeder anderen deutschen Großstadt mit Ausnahme Berlins. Die Gesamtzahl der Studierenden, einschließlich des Standorts Jülich, erreichte im Wintersemester 2022 die Marke von 60.315.
Auch demografisch hebt sich Aachen hervor: Ganze 23 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind zwischen 20 und 29 Jahre alt – der höchste Anteil unter den kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens. Bundesweit führt die Stadt zudem beim Anteil der Männer in dieser Altersgruppe, die 13,8 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Doch die Wanderungsbewegungen haben sich verändert. Zwar zogen zwischen 2014 und 2024 jährlich durchschnittlich 9.990 Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren in die Stadt, gleichzeitig verließen jedoch etwa 9.518 pro Jahr den Standort. Die Bilanz fiel sowohl 2020 als auch 2024 negativ aus – ein Bruch mit der langjährigen Entwicklung.
Aachen zieht nach wie vor eine große Zahl an Ingenieurstudierenden an und festigt damit seinen Ruf als bedeutendes akademisches Zentrum. Doch der jüngste Rückgang bei der Nettozuwanderung junger Erwachsener deutet auf veränderte Dynamiken hin. Die Fähigkeit der Stadt, ihre junge Bevölkerung zu halten, könnte künftig zu einem entscheidenden Faktor für ihr weiteres Wachstum werden.






