3,6-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Kölner Gericht
Albin Keudel3,6-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Kölner Gericht
In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem 3,6-Millionen-Euro-Betrug zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen vor Gericht verantworten. Den beiden wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von zwei Jahren gemeinsam unnötige Medizinprodukte abgerechnet zu haben, um sich finanziell zu bereichern.
Laut Staatsanwaltschaft handelten die Angeklagten mit krimineller Absicht, um das System gezielt auszunutzen.
Zwischen Februar 2020 und Juli 2022 soll die Krankenschwester gefälschte Rezepte für ein teures Wundauflagen-Set namens SymbioInfekt TheraKit besorgt haben. Jede Packung kostete rund 3.400 Euro, wodurch insgesamt 3,6 Millionen Euro zu Unrecht erstattet wurden.
Der Apotheker, der die Rezepte ausstellte, beteuerte in seiner Aussage, von dem Betrug nichts gewusst zu haben. Er bezeichnete sich selbst als "zu naiv", um die ungewöhnlichen Absprachen zu hinterfragen.
Falls schuldig gesprochen, muss der Apotheker die volle Summe von 3,6 Millionen Euro zurückzahlen. Bisher wurden bereits 900.000 Euro erstattet, wobei monatliche Raten von 10.000 Euro weiterlaufen. Eine Rückforderung von Geldern beim Geschäftspartner der Krankenschwester gilt jedoch als unwahrscheinlich, da das beteiligte Unternehmen inzwischen Insolvenz angemeldet hat.
Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage, ob die beiden Angeklagten wissentlich an einer abgestimmten Betrugsmasche teilgenommen haben. Das Urteil wird entscheiden, ob der Apotheker die verbleibenden 2,7 Millionen Euro in voller Höhe zurückzahlen muss, während die finanzielle Haftung der Krankenschwester weiterhin unklar bleibt.






